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Die Geister unserer Straßen

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Nach Städten wie New York, London und Berlin hat nun Luxemburg die Ehre. Na, erkennen Sie sich eventuell selbst auf diesen Bildern?


Text: Laurence Bervard
Fotos: Lex Kleren, "Street Ghosts", Google Street View

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Das Projekt "Street Ghosts" überfällt seit dieser Woche die Gebäudemauern in Luxemburg-Stadt. Die 35 Bilder bleiben dort drei Monate.
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Bei den Bildern handelt es sich um Fotos von Menschen, die zufällig vor Googles Linse geraten sind, als der Onlineriese mit seinen Kameras diverse Straßen für sein Konzept „Google Street View“ ablichtete.
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Nach mehreren Gerichtsverfahren hat sich Google darum bemüht, die Gesichter zu verpixeln, was allerdings anhand von einem Algorithmus erfolgt und nicht immer gelingt. Jedenfalls bleiben der Körper der angeknipsten Leute, sowie ihre Beschäftigung und ihre Kleidung in ihren Umrissen zu erkennen. Für Menschen, die diese gut kennen, oder besonders an ihrem Privatleben interessiert sind, bleiben sie sogar unter Umständen identifizierbar, argumentiert Paolo Cirio, der genau diese Bilder für sein Kunstprojekt genutzt hat.
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Die Bilder hat der Künstler schlicht von Google kopiert und so ausgedruckt, damit die Menschen ungefähr in ihrer Lebensgröße erscheinen. Danach wurden sie genau auf jenen Gebäuden plakatiert, vor denen sie ursprünglich photographiert wurden. Also in diesem Fall vor der Konditorei "Namur", in Luxemburg-Stadt.
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Die Bilder benutzt der Künstler ohne Googles Erlaubnis - „Google hat die Menschen selbst ja auch nicht vor dem Fotografieren um ihre Erlaubnis gefragt“, betont der Künstler. Genau hier liegt der springende Punkt und die Kritik, die Cirio mittels der Kunst äußert. Wie steht es eigentlich um die Privatsphäre dieser Menschen? Auf Google Street View wurden sie verewigt und ihre Privatsphäre wurde dabei übergangen.
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Der in New York lebende Künstler selbst beschreibt die Aufnahmen als "digitaler Schatten, der die echte Welt heimsucht". Er vergleicht Google mit einem „riesigen sozialen Parasiten“, der sich das angeeignet hat, was eigentlich durch die Allgemeinheit und den Menschen selbst hergestellt wurde und sich dann auf dem Rücken der Menschen bereichert. "Denn die gesammelten Daten verkauft Google an unterschiedliche Berater weiter", so der Artist in einer Stellungnahme, "oder für seine eigene Werbung."
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Die Idee, dieses Projekt auch in Luxemburg zu präsentieren, stammt vom „International Kunstverein Luxembourg“. Dieser hat selbst Kontakt mit dem Künstler aufgenommen und teilt auch dessen Kritik. Die künstlerische Direktorin des Vereins, Dr. Sabine Dorscheid meint: „Es geht darum, mit diesem Projekt das kritische Bewusstsein der Menschen zu stimulieren.“

Dennoch ist ihr bewusst, dass Luxemburgs Bevölkerung das Projekt auch kritisch betrachten könnte und es hier auch eventuell eine gewisse künstlerische Grauzone gibt. „Es gibt sicherlich Leute, die nicht erfreut sein werden, sich auf diesen Bildern selbst zu erkennen. Wenn man allerdings ein Problem damit hat, muss man sich eigentlich zuerst die Frage stellen, ob denn Google diese Bilder überhaupt für 'Google Street View' nutzen darf. Es gibt Menschen, die auf dem Web regelrecht eine zweite Existenz haben, ohne es überhaupt zu wissen."
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Dieses Foto zeigt den Künstler der „Street Ghosts", Paolo Cirio. Wie er die Bilder von "Google Street View" für sein Projekt nutzt, wird ebenfalls durch die folgenden Bilder ersichtlich.

„Street Ghosts“ ist das erste Projekt vom „International Kunstverein Luxembourg“, der 2015 ins Leben gerufen wurde.
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Der Chamber-Präsident Mars Di Bartolomeo (LSAP) hat bereits neben einem Schatten posiert.
(Screenshot: Twitter Serge Wilmes)


Na, wie sieht's aus, erkennen Sie sich eventuell selbst, wie Sie nun an einer Straßenecke kleben? Falls ja, hinterlassen Sie uns doch gerne einen Kommentar auf unserer Facebook-Seite. Wie fühlen Sie sich jetzt?






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